MedAustron in Wiener Neustadt steht vor Umweltverträglichkeitsprüfung

Am Foto v.l.n.r.: DI Herbert Pammer, Dr. Martin Schima, Klubobmann Klaus Schneeberger, Dr. Michael Benedikt

Verfahren wird etwa zehn Monate dauern – Voraussichtlicher Baubeginn in einem Jahr

Für das in Wiener Neustadt geplante Krebsbehandlungs- und Forschungszentrum MedAustron sind heute, Mittwoch, die Unterlagen für das UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüfung) eingereicht worden, teilte LAbg. Klaus Schneeberger, Aufsichtsratsvorsitzender der EBG (Errichtungs-und Betriebsgesellschaft), mit. Das 200 Millionen Euro-Projekt gehe damit in die Umsetzung, sprach er vom "nächsten großen Meilenstein" für das Projekt.

Mit dem heutigen Schritt liege man voll im Zeitplan. Nach dem UVP-Verfahren, das  ungefähr zehn Monate dauern wird, soll voraussichtlich im vierten Quartal 2010 mit dem Bau begonnen werden. Drei Jahre später ist die Inbetriebnahme geplant, 2014 sollen die ersten Patienten im Zentrum für Ionentherapie behandelt werden und der Forschungsbetrieb starten.

In den vergangenen zehn Monaten haben das gesamte MedAustron-Team im europäischen Kernforschungszentrum CERN (Genf) und in Wiener Neustadt, 30 weitere Experten und das Generalplanerteam konzentriert an der Erstellung der notwendigen Unterlagen gearbeitet. Nun wurden die zehn Aktenordner der zuständigen Abteilung des Landes Niederösterreich übergeben, damit die Prüfung starten kann, erläuterte EBG-Geschäftsführer Martin Schima. Das UVP-Verfahren für MedAustron sei notwendig, da das Herzstück der Anlage, der Teilchenbeschleuniger, mit einer Strahlenenergie von mehr als 50 Megaelektronenvolt (MeV) arbeitet.

"Die Vernetzung der Planung des Teilchenbeschleunigers mit Medizintechnik und der Bauplanung unter Einhaltung aller Bestimmungen des Strahlenschutzes und anderer Normen ist eine der größten Herausforderungen in diesem Projekt", sagte Michael Benedikt, der technische Leiter des Projekts MedAustron im CERN. Laut dem Wissenschafter könne nun mit der Detailplanung begonnen werden.