Heuras: Vollausbau der Schulsozialarbeit an allen NÖ Landesberufsschulen

Landesrat Heuras in der Landesberufsschule Waldegg

BerufsschülerInnen sind besonderen Problemen ausgesetzt

„Das Land NÖ wird Schulsozialarbeit an allen Landesberufsschulen in Niederösterreich anbieten“, erklärte Bildungslandesrat Mag. Johann Heuras, heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz an der Landesberufsschule Waldegg im Bezirk Wiener Neustadt. Im Industrieviertel sei der Vollausbau bereits erreicht, 2010 folge das Mostviertel und mit der Implementierung im Wald- und Weinviertel werde der  Vollausbau in NÖ bis zum Schuljahr 2010/2011 abgeschlossen. Für diesen flächendeckenden Ausbau werde jährlich ein Betrag von ca. 850.000 Euro zur Verfügung gestellt, informierte Heuras.

Das Aufsuchen von Beratungseinrichtungen stelle häufig eine zu hohe Schwelle für Jugendliche dar. Daher werden solche Angebote von vielen nicht in Anspruch genommen. Durch Schulsozialarbeit soll diese Schwellenangst verringert werden und den Schüler/innen ein leichter und niederschwelliger Zugang zu Beratung, Betreuung und Unterstützung direkt in der „Lebenswelt Schule“ angeboten werden. „Schulsozialarbeit stellt dabei die Zusammenarbeit und Verbindung von Sozialarbeit und dem System Schule dar, ist ein Angebot vor Ort und in den Schulalltag integriert“, so der Bildungslandesrat.

Viele Jugendliche verlassen für den Berufsschulaufenthalt zum ersten Mal für längere Zeit die elterliche Wohnung und müssen sich mit der Situation des Zusammenlebens mit Gleichaltrigen zurechtfinden. Weiters unterliegen BerufsschülerInnen im Gegensatz zu anderen „Schüler/innen“ sehr früh den strengen Spielregeln der leistungsorientierten Arbeitswelt. Die SchülerInnen müssen nicht nur für sich lernen sondern noch zusätzlich ihrem Vorgesetzten Rechenschaft über schulische Erfolge abliefern. „Nicht zu vergessen ist, dass die Schülerinnen auch in einem Alter sind, indem noch andere Problemlagen im Vordergrund stehen, wie Probleme mit den Eltern, Beziehungsprobleme, Fortgehen, Ausprobieren von Suchtmitteln, etc.“, so Heuras. Die Erfahrung habe gezeigt, dass diese entwicklungsbedingten Problemlagen in geballter Form in den zehn Wochen der Lehrgänge auftreten. „Schulsozialarbeit ist daher ein sehr niederschwelliges Angebot, das für Fragen, für Sorgen aber auch für Probleme den BerufsschülerInnen zur Verfügung steht, ohne dass sie befürchten müssten, dass es Auswirkungen auf ihre schulische Situation haben könnte“, ist der Bildungslandesrat überzeugt.

Schulsozialarbeit wird an den Landesberufsschulen über freie Jugendwohlfahrtsträger abgewickelt. Diese Anbieter von Schulsozialarbeit unterliegen dem NÖ Jugendwohlfahrtsgesetz, brauchen vor Tätigkeitsbeginn eine Eignungsfeststellung durch das Land und unterstehen der Fachaufsicht der Landesregierung. Diese Aufsicht wird durch die Fachabteilung Jugendwohlfahrt ausgeübt. Für Schulsozialarbeit in allen 19 Landesberufsschulen (fünf mit bis zu 800 SchülerInnen, sechs mit bis zu 1200 Schülerinnen und acht mit über 1200 SchülerInnen) wird ein jährlicher Betrag von ca. 850.000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit werden etwa 20.000 BerufsschülerInnen erreicht und pro SchülerIn werden also ca. 42,5 Euro ausgegeben.