Grundsteinlegung für „Jahrhundertprojekt“ MedAustron

Am Foto v.l.n.r.: GF Dr. Martin Schima, Bgm. Bernhard Müller, B.A., Univ. Prof. Dr. Ramona Mayer, MSc, KO Mag. Klaus Schneeberger, LH Dr. Erwin Pröll, BM Dr. Beatrix Karl, GF Dr. Bernd Mößlacher, PD DI Dr. Michael Benedikt

LH Pröll: „Signal des Erfolgs, der Hoffnung und der Zukunft"

 

Am 16. März 2011 erfolgte die offizielle Grundsteinlegung für MedAustron in Wiener Neustadt. In den kommenden Jahren wird das Zentrum für Forschung und Therapie mit Ionenstrahlung zur Behandlung von Krebs entstehen. Am Festakt anlässlich des Baubeginns nahmen Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Wissenschaftsministerin Dr. Beatrix Karl und EBG-Aufsichtsratsvorsitzender Klubobmann LAbg. Mag. Klaus Schneeberger sowie rund 600 hochrangige Festgäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft teil.

 

"Ab heute wird MedAustron sichtbar. In den vergangenen Jahren liefen die Vorbereitungen zwar auf Hochtouren, doch mit der heutigen Grundsteinlegung kommen wir in die entscheidende Phase der Realisierung dieses Jahrhundertprojekts", erklärte Klubobmann LAbg. Mag. Klaus Schneeberger, Aufsichtsratsvorsitzender der Errichtungs- und Betreibergesellschaft EBG MedAustron.

 

Neben der geplanten ambulanten Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten wird bei MedAustron auch nicht-medizinische Forschung stattfinden, wie es in Österreich bisher noch nicht möglich war. Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Karl: "Mit der Grundsteinlegung von MedAustron in Wiener Neustadt wird ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Menschen geleistet und der Wissenschafts- und Forschungsstandort Niederösterreich und Österreich weiter gestärkt."

 

Für Landeshauptmann Dr. Pröll gehört MedAustron zu den Leitprojekten der niederösterreichischen Forschungs- und Technologiepolitik: "MedAustron ist eine große Zukunftschance für die Region und für Niederösterreich. Hier entsteht ein international relevanter Forschungs- und Wissenschaftsstandort von dem unser ganzes Land profitieren wird. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen direkt im Ambulatorium und im Forschungsbereich werden auch ganz andere Wirtschaftszweige von dem Impuls, den MedAustron auslöst, profitieren. Außerdem werden wir mit der modernen Therapiemöglichkeit, die MedAustron ermöglicht, vielen Krebspatientinnen und -patienten neue Hoffnung im Kampf gegen diese heimtückische Krankheit geben." Der Landeshauptmann unterstrich in seiner Ansprache auch die Bedeutung von MedAustron als Beispiel für internationale Zusammenarbeit: "Nur durch die intensive Zusammenarbeit mit den Expertinnen und Experten des Europäischen Kernforschungszentrums CERN ist ein Jahrhundertprojekt wie das "MedAustron" möglich. Ich möchte mich hier auch bei allen Verantwortlichen für diese hervorragende Kooperation bedanken."

 

Die Grundsteinlegung war nur der Startschuss für die Bauarbeiten am Gelände in Wiener Neustadt. In den kommenden Monaten wird auf der Baustelle mit Hochdruck gearbeitet, denn schon Ende des Jahres soll die Errichtung abgeschlossen sein, damit im kommenden Jahr mit den technischen Einbauten begonnen werden kann. Geht es nach den Plänen der EBG MedAustron soll im Jahr 2013 der Probebetrieb anlaufen und ab 2015 die ersten Patientinnen und Patienten in Wiener Neustadt behandelt werden.

 

Das Land Niederösterreich ist die treibende Kraft hinter dem Projekt und übernahm zusätzlich mit einem einstimmigen Beschluss des Landtages eine Haftung in der Höhe von 120 Millionen Euro für einen großen Teil der erforderlichen Finanzierung der Errichtungs- und Betriebsgesellschaft. Die Republik Österreich beteiligt sich an den Errichtungs- und Betriebskosten für die nicht-klinische Forschung und die Stadt Wiener Neustadt stellte das Grundstück zur Verfügung und beteiligt sich ebenfalls zu einem kleinen Anteil an den Errichtungskosten.

 

"Urväter" von MedAustron wurden geehrt

 

Den feierlichen Anlass der Grundsteinlegung nützten Landeshauptmann Dr. Pröll, EBG-Aufsichtsratsvorsitzender Schneeberger und die EBG-Geschäftsführer Dr. Bernd Mößlacher und Dr. Martin Schima, um sich bei den "Urvätern" des Projekts MedAustron zu bedanken. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für die maßgebliche Mitwirkung zum Entstehen von MedAustron erhielten Chefarzt Dr. Thomas Auberger, Univ.Doz. DI Dr. Erich Griesmayer, Ministerialrat Prof. h.c. Dr. Peter Kowalski, Prim. Univ. Prof. Dr. Richard Pötter sowie Univ. Prof. DI Dr. Meinhard Regler neben einer Urkunde ein symbolhaftes Geschenk, bei dem es sich um einen Teil eines Probestückes jener Kammer handelt, in der später die Teilchen für die Behandlung und Forschung bei MedAustron beschleunigt werden.

 

Das Projekt

MedAustron ist das geplante Zentrum für Ionentherapie und Forschung in Wiener Neustadt, wo ab 2015 Patientinnen und Patienten mit Protonen (Kerne des Wasserstoffatoms) oder Kohlenstoffionen (Kerne des Kohlenstoffatoms) behandelt werden. Das Kernstück von MedAustron ist der Teilchenbeschleuniger, in dem diese Teilchen fast bis auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden, bevor sie in die Strahlzuführung und anschließend in die Bestrahlungsräume münden.