20. Jänner: Ja zu Wehrpflicht und Zivildienst im Bezirk Wiener Neustadt

Am Foto v.l.n.r.: Bgm. Franz Breitsching, Bgm. Matthias Scheibenreif, KO LAbg. Mag. Klaus Schneeberger, LAbg. Bgm. Ing. Franz Rennhofer, GenLt Prof. Johann Culik, Bgm. Josef Birnbauer, Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Wöhrer, RK-Bezirksstellengeschäftsführer Günter Buschitz

Wir im Bezirk Wiener Neustadt wissen warum

Anlässlich der bevorstehenden Volksbefragung zur Wehrpflicht fand in Wiener Neustadt ein Pressegespräch mit dem ehemaligen Militärkommandanten von Niederösterreich Generalleutnant Prof. Mag. Johann Culik, Bezirksfeuerwehrkommandant Landesfeuerwehrrat Franz Wöhrer, dem Geschäftsführer der Bezirksstelle des Roten Kreuzes Wiener Neustadt Günter Buschitz, Klubobmann LAbg. Mag. Klaus Schneeberger, Landtagsabgeordneten Bgm. Ing. Franz Rennhofer sowie den Bürgermeistern Franz Breitsching aus Walpersbach, Matthias Scheibenreif aus Miesenbach und Josef Birnbauer aus Hollenthon statt.

Culik erinnerte an das Jahr 2002, wo neben der Aufrechterhaltung der Landesverteidigung ausreichend Personal für den Katastrophenfall zur Verfügung gestanden ist. Im jetzt vorgelegten Modell zur Berufsarmee würde diese Mannschaftsstärke nicht zur Verfügung stehen. Der Staat müsse den worst case bewältigen können, so Culik.

Wöhrer strich die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Die 5.000 Feuerwehrmitglieder im Bezirk arbeiten freiwillig und unbezahlt. Würde nun das bezahlte Sozialjahr kommen, wäre es schwierig neue Freiwillige zu rekrutieren und umgekehrt wäre es unfinanzierbar alle Freiwilligen zu zahlen. Wenn freiwillig, dann freiwillig und unbezahlt, meinte Wöhrer.

Buschitz berichtete, dass in der Bezirksstelle 32 Zivildiener arbeiten. Die Zivildiener fahren ausschließlich Krankentransporte – also genau zu jenen Zeiten, wo weniger Freiwillige zur Verfügung stehen. Besonders wesentlich und wichtig sei, dass 75 % der Zivildiener nach dem Zivildienst als Ehrenamtliche dabei bleiben, informierte Buschitz.

Rennhofer, Breitsching, Scheibenreif und Birnbauer berichteten von den Hochwasserkatastrophen in ihren Gemeinden: 2002 Miesenbach, 2009 Klingfurth (Gde. Walpersbach), 2010 Thal (Gde. Lichtenegg) und 2010 Hollenthon. In allen Fällen waren die Feuerwehren als erste zur Ort und leisteten kompetent Hilfe. Doch die Schäden waren weder mit dem vorhandenen Gerät noch mit den vorhandenen Freiwilligen zu bewältigen. Die Leistungen der Feuerwehren und der Zusammenhalt im Ort waren gigantisch. Sowohl als Bürgermeister als auch als Betroffener war man aber erleichtert, als auf einmal mit den Rekruten hunderte helfende Hände zur Verfügung standen. Ohne Einsatz des Bundesheeres hätte man es sicher nicht geschafft, zeigten sich die Bürgermeister überzeugt.

„Wir im Bezirk Wiener Neustadt sind in den vergangenen Jahren oft schwer geprüft worden. Wir haben Menschen mit Tränen in den Augen gesehen, weil sie nicht wussten, wie es weitergeht. Und als das Bundesheer da war haben wir Menschen mit Tränen in den Augen gesehen, weil sie dankbar waren, dass ihnen nun von so vielen zusätzlichen Kräften geholfen wird. Gerade im Katastrophenfall brauchen wir nicht nur Profis, sondern ganz einfach hunderte helfende Hände. Aber auch der Zivildienst ist nicht mehr wegzudenken: Unser Freiwilligensystem – insbesondere bei den Feuerwehren und bei den Rettungsorganisationen – steht auf gesunden Beinen und ist mit dem bezahlten ‚freiwilligen‘ Jahr gefährdet. Die Zivildiener leisten einen unbezahlbaren Beitrag für die Gesellschaft und sind beim Funktionieren der Rettungsdienste nicht mehr wegzudenken. Sowohl Wehr- wie Zivildienst leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration. Niederösterreich ist ein Land der Freiwilligen. Lassen wir uns das nicht kaputt machen. Deshalb bitten wir die Bürgerinnen und Bürger unseres Bezirks am 20. Jänner um klares Bekenntnis: Für Sicherheit. Für Klarheit. Für Niederösterreich“, so Schneeberger und Rennhofer.